Maria Almana: Wer schreibt, darf eigensinnig sein

Der zweite Band der Trilogie von Maria Almana ist da: „Wer schreibt, darf eigensinnig sein“. Dieses Plädoyer erreicht mich zum richtigen Zeitpunkt: Als Schreiberin und als Selfpublisherin brauche ich dringend neue Inspiration.

 

Wenn Sie nun etwas Formelles zum Buch wie eine Inhaltsangabe lesen möchten, schauen Sie gerne dort.

 

Ich gebe mich hier ausschließlich meinen eigenen Leseeindruck wieder und beginne mit meinem

Lieblingskapitel: „Sachbuch und Eigensinn“

Dem Sachbuch widmet Maria Almana ein eigenes Kapitel. Sie stellt die Fragen, die mich in einen Prozess der Reflexion und Selbstanalyse schubsen. Als Sachbuchautorin des eigenwilligen Ratgebers  „Keine Angst vor Schlafstörungen“ fühle ich mich sehr gut verstanden. Maria Almana führt mich zu der Frage, die ich mir in letzter Zeit nicht mehr gestellt habe: Warum habe ich genau dieses Thema auf meine spezielle Weise umgesetzt? Kurzantwort: Weil mich genervt und geärgert hat, was ich dazu anderswo lesen musste.

 

Etwas ausführlicher: Als Ghostwriterin für diverse Textagenturen habe ich vor einigen Jahren unter anderem einen Ratgeberbeitrag für Schlafgestörte verfasst. Die Auftraggebenden wollten ausschließlich oberflächliches Blabla, wie es bis heute häufig zu lesen ist. Echte Hilfsangebote für Betroffene hätten individueller und seriöser ausfallen müssen. Bei der Recherche und beim Schreiben standen mir oft genug die Nackenhaare hoch. Auftrag ist aber nun einmal Auftrag – manchmal hilft nur Augen zu und durch.  

 

Später wollte ich das Thema auf meine Weise angehen – und vor allem keine schnellen Heilsversprechen verbreiten. Gerade damit ködern nicht nur diverse Autoren ihr Publikum. Meine eigene Sicht auf die Problematik verfolgt andere Ansätze. Vielleicht wäre ein Buch mit ultimativen Ruckzuck-Einschlafgarantietipps finanziell erfolgreicher – aber damit wäre ich einem zweifelhaften Trend gefolgt. Passt nicht zu mir. Womit wir wieder beim Eigensinn sind.

 

Locker bleiben und Fragen beantworten

Lockerungsübungen während des Schreibprozesses bringen neuen Schwung. So Maria Almana. Sie nehmen dem weißen Blatt Papier auf dem Schreibtisch oder dem noch leeren Word-Dokument auf dem Monitor spielerisch den Schrecken: Aus persönlichen Listen von Begriffen werden am Ende wilde Kombinationen und Neuschöpfungen zusammengestellt, die auf den ersten Blick zwar nicht immer sinnvoll, aber doch immer inspirierend oder zumindest unterhaltsam sind. Diese Spielerei mit Worten macht auf jeden Fall Spaß und fördert die gute Schreiblaune.

 

Durch das Buch ziehen sich Fragebogen, deren Auswertung zeigen soll, welcher Schreibtyp ich bin. Ich mag die klugen und humorvollen Fragen. Und das Ergebnis der Befragung passt auch wieder zu mir: Eine wilde Mischung aus verschiedenen Typen bin ich demnach und in eine einzelne Schublade passe ich nicht. Gelobt sei der Eigensinn 😊

 

Für überzeugte Selfpublisher und Unentschiedene

Das Kapitel „Selfpublishing – ja oder nein?“ interessiert mich ganz besonders. Es definiert den Begriff genau, beleuchtet die Vor- und Nachteile und gibt eine realistische Kostenschätzung für das Publizieren und das Marketing ab. Wer über diesen Weg der Veröffentlichung des eigenen Buchs nachdenkt, findet hier fundierte Informationen. Maria Almana ist eine erfahrene Bücherfrau und Buchhebamme – sie kennt sich aus! Und verweist auch gerne auf Kollegen*innen aus ihrem Netzwerk oder empfiehlt deren Bücher zur Vertiefung spezieller Themen.  Ihre Exkurse zu diversen Dienstleistungen, Agenturen aber auch zum Segen und den Tücken, den eine Kooperation mit Anbietern wie Amazon bieten kann, sind gleichsam hilfreich für Neulinge und erprobte Autoren*innen.

 

Noch etwas: Keine Schreibchallenge für mich, bitte!

Es ging und geht mir wie der Autorin: „Vergleiche mit anderen geben mir keinerlei Motivation …“ „Lob brauche ich nicht von außen…“ Und auch der „latente Konkurrenzkampf“ der so oft zwischen Schreibenden entsteht, ist mir unsympathisch. Es freut mich, mit dieser Haltung nicht allein zu sein.

In einer von Kreativitätskrisen geschüttelten Lebensphase, die sich nicht nur mit der Pandemie entschuldigen lässt, komme ich mit diesem Buch zu einer Neubetrachtung meiner Arbeiten und Ideen und bin frisch motiviert. Meine Empfehlung kommt von Herzen:  

 

Maria Almana: Wer schreibt, darf eigensinnig sein. Kreativität, Selfpublishing und Eigensinn. Ein Plädoyer, kein Schreibratgeber. ISBN: 978-3-347-15258-8

 

P.S.: Den ersten Band der Trilogie empfehle ich übrigens hier.

 

 

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